Shopware 5 Migration: Wechsel auf Shopware 6 oder Shopify?

Luis Nickel
1. November 2026, 5 Min. Lesezeit

Dein Shop läuft noch auf Shopware 5 und verkauft. Warum also anfassen? Weil die Software seit Sommer 2024 offiziell am Ende ist und zum Jahreswechsel auch die technische Grundlage darunter ausläuft. Dieser Artikel ist für Shopbetreiber, die noch auf Shopware 5 sind und jetzt entscheiden müssen, wohin es geht.

Danach weißt du, wie groß das Risiko wirklich ist, wann Shopware 6 die bessere Wahl ist und wann Shopify. Und worauf du beim Umzug achten musst, damit deine Google-Rankings nicht verloren gehen.

Was heißt „Shopware 5 ist am Ende“ genau?

Shopware hat die Entwicklung von Shopware 5 Ende Juli 2024 eingestellt. Seitdem gibt es keine neuen Updates mehr. Sicherheitslücken behebt Shopware nicht mehr von sich aus. Der Hersteller schaut sich nur noch Probleme an, die Kunden aktiv melden, und liefert bei Bedarf einen Fix.

Das heißt: Niemand sucht mehr gezielt nach Lücken in deinem Shopsystem. Außer Angreifern.

Dazu kommen die Plugins. Viele Hersteller haben ihre Shopware-5-Erweiterungen längst nicht mehr gepflegt. Jedes alte Plugin ist ein weiterer Baustein, den niemand mehr prüft.

Warum gerade jetzt: PHP 8.2 läuft Ende 2026 aus

Shopware 5.7 unterstützt laut Hersteller höchstens PHP 8.2, und das erst seit Version 5.7.17. Neuere PHP-Versionen stehen nicht auf der Liste.

Genau diese PHP-Version bekommt ab dem 31. Dezember 2026 keine Sicherheitsupdates mehr. Ab Januar läuft dein Shop dann auf einer Software ohne Pflege, die auf einer Programmiersprache ohne Pflege läuft.

Frag deinen Hoster, was er ab Januar mit PHP 8.2 macht. Manche stellen alte Versionen um, andere bieten sie gegen Aufpreis weiter an. Beides solltest du nicht erst im Januar erfahren.

Kann ich Zeit kaufen?

Ja, für eine Weile. Die Initiative safefive, ein Zusammenschluss von Agenturen und nicht von Shopware selbst, bietet kostenpflichtig Sicherheitspatches für Shopware 5 an. Laut Plugin-Beschreibung gehören dazu auch Anpassungen für neuere PHP- und MySQL-Versionen.

Das kann sinnvoll sein, wenn du für den Umzug noch ein paar Monate brauchst. Ein Ziel ist es nicht. Du zahlst dafür, dass ein altes System weiterläuft, während jede neue Funktion fehlt.

Shopware 6 oder Shopify: die ehrliche Abwägung

Shopware 6 ist kein Update von Shopware 5. Es ist ein neues System. Theme und Plugins lassen sich nicht übernehmen, die Daten schon. Du baust also in beiden Fällen neu. Die Frage ist nur, wohin.

Shopware 6 passt eher, wenn:

  • du viel B2B verkaufst, mit Kundengruppen, eigenen Preisen und Freigaben,
  • du viele Sprachen und Länder aus einem Shop bedienst,
  • du komplexe Produktdaten hast, etwa viele Varianten und technische Merkmale,
  • du deinen Shop selbst hosten und tief anpassen willst,
  • dein Team Shopware schon kennt.

Die aktuelle Hauptversion Shopware 6.7 erhält Sicherheitsupdates bis zum 28. Februar 2028. Danach steht wieder ein Versionssprung an. Plane das von Anfang an ein.

Shopify passt eher, wenn:

  • du hauptsächlich an Endkunden verkaufst,
  • du dich nicht um Server, Updates und PHP-Versionen kümmern willst,
  • dein Team schnell selbst Inhalte und Produkte pflegen soll,
  • dein Sortiment überschaubar ist und Standardprozesse reichen.

Bei Shopify kümmert sich der Anbieter um Hosting und Sicherheit. Dafür hast du weniger Freiheit bei Aufbau und Adressen.

Was beim Umzug nach Shopware 6 wichtig ist

Shopware bringt dafür ein eigenes Werkzeug mit: den Migrationsassistenten. Er verbindet den alten und den neuen Shop und überträgt die Daten.

Zwei Dinge fallen dabei oft erst spät auf:

  • Freitextfelder aus Shopware 5 kommen als eigene Felder an, benannt nach der Migrationsverbindung. Steht im Namen ein Bindestrich, werden sie im Shop nicht richtig angezeigt.
  • Lange Meta-Texte werden abgeschnitten. Shopware 6 speichert bestimmte Felder nur noch mit 255 Zeichen. Betroffen sind laut Doku die Produktbeschreibung aus der Artikeltabelle sowie Meta-Beschreibung und Keywords von Kategorien.

Prüfe außerdem jedes Plugin: Gibt es einen Nachfolger für Shopware 6? Oder kann der Standard das inzwischen selbst?

Was beim Umzug nach Shopify wichtig ist

Shopify hat eine eigene, kostenlose Umzugs-App. Shopware gehört aber nicht zu den unterstützten Systemen. Für den Wechsel brauchst du deshalb CSV-Importe, eine Import-App von Drittanbietern oder die Schnittstelle.

Shopify empfiehlt eine feste Reihenfolge: erst Produkte, dann Kunden, dann alte Bestellungen. Nur so werden die Bestellungen den richtigen Produkten und Kunden zugeordnet. Schalte vor dem Import der Bestellungen die Benachrichtigungen an dein Team ab. Sonst löst jede alte Bestellung eine neue Mail aus.

Rechne damit, dass sich deine Adressen ändern. Shopify gibt die Struktur der Links vor, Produkte liegen zum Beispiel unter /products/. Fast jede URL aus Shopware 5 bekommt eine neue Adresse.

So behältst du deine Google-Rankings

Egal wohin du ziehst: Hier geht beim Umzug am meisten verloren. Die Regeln dafür kommen direkt von Google.

  1. Liste alle alten URLs. Quellen sind deine Sitemap, die Search Console und dein Analyse-Tool.
  2. Ordne jeder alten URL eine neue zu. Produkt zu Produkt, Kategorie zu Kategorie. Nicht alles pauschal auf die Startseite.
  3. Richte dauerhafte Weiterleitungen ein (301), und zwar vor dem Domainwechsel. In Shopify geht das auch per CSV-Import.
  4. Behalte die Weiterleitungen mindestens ein Jahr. So empfiehlt es Google.
  5. Reiche die neue Sitemap in der Search Console ein und prüfe nach dem Start, ob die alten Adressen richtig ankommen.

Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, sagt Google. Bei kleinen und mittleren Shops dauert es einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind. Wer sauber weiterleitet, landet danach wieder dort, wo er war. Wer es nicht tut, fängt bei null an.

Wie wir das machen

Wir setzen Shops auf beiden Systemen auf, je nachdem, was zu Sortiment und Team passt. Zuletzt haben wir mit Hansehandel einen B2B-Shop auf Shopware 6.7 in sechs Sprachen gebaut. Bevor wir über ein System reden, schauen wir uns deinen Shopware-5-Shop an: Welche Plugins laufen, welche URLs bringen Besucher, welche Daten müssen mit. Daraus ergibt sich die Empfehlung, nicht umgekehrt.

Mehr zu den Systemen findest du unter Shopware und Shopify. Wenn du wissen willst, wohin dein Shop am besten zieht, sprich direkt mit uns.

Quellen

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Luis Nickel, Founder

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